Die ganze Geschichte produziert mit, so dass die vollständige Liste der Mitwirkenden mindestens so lang ist wie der Abspann von 100 Hollywood-Filmen.
Mathias Greffrath
Eh, man sich versieht, wähnt man sich als alleinige_r Schöpfer_in eines Katzenvideos, des eigenen Hochschulabschlusses, des linken, hinteren Blinkers beim neuen Porsche oder des verdienten Geldes. Doch die Grundlagen von Schöpfen und Schaffen reichen bis zur Geburt durch die eigene Mutter und noch viel weiter in die Vergangenheit hinein - genauso aber auch die Folgen für die Zukunft.
Industrie 4.0, Automatisierung, Digitalisierung, Internet of Things sind keine neuen Katzen, die durchs Dorf getrieben werden. Ganz im Gegenteil, der
Abspann des Katzenvideos
für diese Techniken reicht weit zurück: Die vollautomatisierte, menschenleere Fabrik von heute ist der wahrgewordene Traum von vorgestern - eine Fabrik, die endlich ermüdungsfrei, streikfrei und mit planbarer Präzision arbeitet. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs träumten die Militärs und das Management von Rüstungsunternehmen nicht nur, sondern schrieben ihre Träume als Anforderungslisten auf: Höchste Genauigkeit, Planbarkeit und direkter Zugriff durch das Management bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von den Fähigkeiten der Arbeitenden. Die Fabrik ohne Menschen ist damit der wahrgewordene Traum des militärisch-industriellen Komplexes der 1950er Jahre.